Zum Beginn der Saison 2021/2022 sind in der Spielordnung des Westdeutschen Fußballverbands (WDFV) Regelungen für Personen eingefügt, die sich dem Geschlecht "divers" zugehörig fühlen. Auf Empfehlung des WDFV-Präsidiums hat der Beirat des WDFV nunmehr beschlossen, dass der entsprechende § 8 Spielberechtigung unter anderem dahingehend erweitert wird, dass eine Person, in deren Personenstandseintrag kein Geschlecht angegeben, die Angabe "divers" oder eine andere Bezeichnung des Geschlechts als die Bezeichnungen "weiblich" oder "männlich" eingetragen ist, selbstständig entscheiden kann, ob die Spielberechtigung für die Frauenmannschaft oder für die Männermannschaft erteilt werden soll.

Durch diese Regelungen zur "geschlechtlichen Vielfalt" soll für den Fußball in Nordrhein-Westfalen ein wichtiges Zeichen zur Unterstützung der betroffenen Menschen gesetzt werden. Der WDFV reagiert mit der Anpassung in der Spielordnung auf den Umstand, dass die bisherigen Ordnungen keine Regelungen enthalten haben, in welchen Mannschaften unter dem Dach des WDFV diese Personen spielen können.

"Diverse Personen können nun selbstständig entscheiden, ob die Spielberechtigung für eine Frauen- und Herrenmannschaft erteilt werden soll. Gleiches gilt, wenn sich Personen im Transitionsprozess (geschlechtsangleichende Maßnahmen; Anm. d. Red.) befinden oder bereits ihren Vornamen auf der Grundlage des Transsexuellengesetzes geändert haben", erläutert Marianne Finke-Holtz, Vorsitzende des WDFV-Frauenfußball-Ausschusses und FLVW-Vizepräsidentin. Durch die Änderungen in der Spielordnung möchte der Verband diesen Menschen die Möglichkeit geben, auch weiterhin am Fußballspiel teilzunehmen.

Hinweis: Bezüglich Regelungen für Personen, die sich dem Geschlecht "divers" zugehörig fühlen, wurden auch die Jugendspielordnung (Beschluss des WDFV-Jugendbeirats am 24. Juni 2021) und die Futsal-Spielordnung des WDFV aktualisiert. Die Änderungen in der Spielordnung und Futsal-Spielordnung traten zum 1. Juli 2021 in Kraft; die Änderungen der Jugendspielordnung zum 1. August 2021.

Darüber hinaus reagiert der Verband mit den Änderungen auf die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes aus dem Jahr 2017, mit welcher die Einführung eines dritten Geschlechts im Geburtsregister gefordert wurde. Die Einführung des Geschlechtes "divers" wurde vom Bundesgesetzgeber bereits vollzogen. Auch diesen Menschen will der Verband weiterhin die Möglichkeit einräumen, am organisierten Fußballsport unter dem Dach des WDFV teilzunehmen und schafft hierfür den nötigen Rechtsrahmen.

Der vollständige Wortlaut des § 8 Spielberechtigung steht auf FLVW.de